NovaLand-Projekt
NovaLand ist ein ehrgeiziges Projekt für eine umfassende Entwicklung, das aus langjähriger Erfahrung vor Ort entstanden ist. Nimm dir bitte die Zeit zum Lesen, denn wir sind hier meilenweit von all den Projekten entfernt, die schöne Absichten anhäufen, ohne jemals etwas Konkretes auf die Beine zu stellen.
Aus dem System auszubrechen ist alles andere als selbstverständlich. Denn wer wirklich autonom werden will, braucht konkrete Fähigkeiten, passendes Material und gesammelte Erfahrung. Daneben ist alles darauf ausgelegt, dass wir an Banken, Energieversorgern, Supermärkten sowie an den großen Konzernen der Baubranche, der Agrochemie und der Pharmaindustrie hängen bleiben.
Autonomie lässt sich also nicht verwirklichen, wenn man sich auf das Veröffentlichen von Manifesten beschränkt. Der Beweis dafür ist, dass zahlreiche schöne Theorien in einem Fiasko enden, sobald sie auf die Wirklichkeit treffen. Das liegt sehr oft daran, dass es bei Weitem nicht so einfach ist, ein entfremdendes System gegen ein tugendhaftes Modell einzutauschen, wie es viele Videos auf YouTube und anderswo behaupten. Und es liegt auch an einem falschen Verständnis der Mechanismen der Selbstverwaltung. Aber zum Glück bedeutet schwierig nicht unmöglich. Worauf es allein ankommt, ist Motivation und der Zugang zu den richtigen technischen Informationen, um keine groben Fehler zu begehen.
Das Ziel von NovaLand ist es also, erprobte Techniken der Autonomie zunächst an einem ersten Standort zusammenzuführen. Es gibt zwei gute Gründe für diese Strategie. Erstens, weil sich diese Techniken gegenseitig verstärken und es keine einzige Patentlösung gibt, um autonom zu werden. Zweitens ermöglicht es uns das, sie so breit wie möglich auf der Website sowie über unsere Netzwerke zu teilen. Genau in diesem Moment wird das Konzept NovaFuture seinen vollen Sinn entfalten können. Bis es so weit ist, hat das Vorankommen dieses Projekts für uns oberste Priorität.
Was wird vor Ort umgesetzt?
Bevor wir erklären, was umgesetzt wird, ist es wichtig zu betonen, dass es immer zwei zwingende Leitlinien gibt: Die Notwendigkeit, maximal ökologisch zu sein, und dass eine wirtschaftliche Logik in der einen oder anderen Form vorhanden ist. Denn nur durch die Verbindung dieser beiden Aspekte lässt sich eine wirklich nachhaltige Entwicklung erreichen. Für uns kommt es daher nicht infrage, ein Projekt auf die Beine zu stellen, das auf externe Hilfe angewiesen wäre, um funktionieren zu können.
Eine weitere an dieser Stelle nützliche Klarstellung: Wir haben noch keinen Standort festgelegt. Wir machen kein Geheimnis daraus, dass wir eine starke Vorliebe für Nord- oder Westafrika haben, damit das Projekt möglichst weitgehend denjenigen zugutekommt, die es am dringendsten brauchen. Aber andere Ziele anderswo auf dem Planeten sind nicht ausgeschlossen, denn das Leben hat uns immer wieder bewiesen, dass die schönsten Dinge ganz natürlich geschehen. Es kommt also nicht infrage, irgendetwas zum jetzigen Zeitpunkt zu erzwingen. Dieses Thema bleibt offen für alle guten Vorschläge.
ÖKOLOGISCHES BAUEN
Heute bleibt komfortables und energiesparendes ökologisches Wohnen im Wesentlichen einer wohlhabenden Kundschaft vorbehalten, während es gerade die einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen wären, die es am dringendsten bräuchten. Der Rest der Bauten entsteht größtenteils aus zementhaltigen Hohlblocksteinen, mit allen Nachteilen, die das mit sich bringt. Denn die Herstellung von Zement verschlingt enorm viel Energie, seine Verarbeitung ist langwierig und seine Kosten sind hoch, bei einem Endergebnis, das thermisch wie akustisch alles andere als behaglich ist. Und um das Ganze noch zu verschlimmern, erweisen sich Bauten aus Beton und Zement am Ende ihrer Lebensdauer als sehr schwer recycelbar. Dazu kommt eine begrenzte Haltbarkeit, mit einer wohlbekannten Neigung zu Rissen und einer ausgeprägten Anfälligkeit gegenüber Erdbebenrisiken. Ganz zu schweigen davon, dass Sand, ein unverzichtbarer Bestandteil des Betons, zu einer knappen Ressource wird, deren massiver Abbau überall auf der Welt die Küsten und Flussbetten verwüstet.
Man muss auch daran erinnern, dass Zement nur einigen wenigen großen Industriekonzernen nützt, die die Umwelt verwüsten und deren Gewinne meistens in den Westen zurückgeführt werden, wenn nicht gleich direkt in Steueroasen. Umgekehrt eröffnen natürliche Materialien aus regionalen Kreisläufen den Weg für eine ganze lokale halbindustrielle Tätigkeit, die zahlreiche Arbeitsplätze vor Ort schafft und deren wirtschaftliche Erträge tatsächlich der Bevölkerung zugutekommen.
Der Plan von NovaLand in diesem Bereich ist es, Wohnmodelle vorzuführen, die deutlich günstiger sind als herkömmliche Bauten, die sich sehr schnell errichten lassen und deren CO2-Fußabdruck so gering wie möglich bleibt. Das Ziel ist es, Materialien aus regionalen Kreisläufen bestmöglich zu nutzen, ohne dabei in das stümperhafte Gebastel zu verfallen, das dem Ruf des ökologischen Bauens schadet. Wir sprechen hier von Wohnräumen, die zugleich sehr ästhetisch, vollkommen komfortabel und mit echten bioklimatischen Eigenschaften ausgestattet sind. In warmem Klima besteht der erwartete Effekt darin, dass es ohne Klimaanlage möglichst kühl bleibt. Und wenn die Klimaanlage dann doch zum Einsatz kommt, werden die Energieeinsparungen dank stark verringerter Wärmeverluste beträchtlich.
WASSERMANAGEMENT
Süßwasser ist eine kostbare Ressource. Und Trinkwasser ist es noch mehr. In den meisten Regionen, in denen NovaLand sich ansiedeln soll, ist seine Knappheit kein abstraktes Thema, sondern eine alltägliche Realität, die auf der Bevölkerung lastet. Es kommt also nicht infrage zu verschwenden, weder im Projekt selbst noch in den Modellen, die es verbreiten will.
Der Plan in diesem Bereich ist es, an den lokalen Kontext angepasste Techniken zur Wassergewinnung einzusetzen, ökologische Aufbereitungssysteme, die es erlauben, das Wasser je nach Verwendung mehrmals wiederzuverwenden, sowie eine konsequente Jagd auf Verschwendung auf allen Ebenen. Denn bei dieser Frage wie bei so vielen anderen können wir mit den richtigen Techniken weit mehr mit weniger erreichen.
Auch hier steht die wirtschaftliche Logik im Zentrum des Vorgehens. Nach der Vorführungsphase vor Ort ist das Ziel, lokale Handwerker auszubilden, die diese Anlagen für ihre Kundschaft installieren und davon würdig leben können. Genau so verbreiten sich die guten Alternativen tatsächlich, indem sie nebenbei dauerhafte Arbeitsplätze in der Region schaffen.
ERNEUERBARE ENERGIEN
Ohne Energie ist keine echte Entwicklung möglich. In Afrika wie in Asien sind die Stromnetze oft mangelhaft und die Stromausfälle häufig und unvorhersehbar. Das lastet schwer auf dem Alltag der Bevölkerung und auf der Lebensfähigkeit der kleinen Betriebe. Die Solarenergie, die in diesen sonnenreichen Regionen eigentlich eine naheliegende Antwort darstellt, bleibt aus Mangel an technischem Wissen und an korrekt dimensionierten Anlagen weitgehend schlecht genutzt.
Der Plan in diesem Bereich ist es, mehrere sich ergänzende Lösungen umzusetzen und vorzuführen, die an die lokalen Gegebenheiten angepasst sind. Die Photovoltaik natürlich, so gedacht, dass sie tatsächlich auf Dauer funktioniert und nicht nur für ein paar Monate schön aussieht. Das Biogas, das es erlaubt, organische Abfälle in alltäglich nutzbare Energie umzuwandeln. Die Kleinwindkraft, die das Ganze in Regionen ergänzt, in denen der Wind regelmäßig weht. Sowie weitere Techniken je nach den Besonderheiten des Geländes. Die Idee ist es, ganz konkret zu zeigen, wie sich diese verschiedenen Alternativen kombinieren lassen, um eine echte Energieautonomie zu erreichen, ohne von einem mangelhaften Netz abhängig zu sein.
Und auch hier bleibt die wirtschaftliche Logik im Zentrum des Vorgehens. Denn nach der Ansiedlung vor Ort werden lokale Techniker ausgebildet, um diese Anlagen bei ihren Kunden zu installieren, zu warten und weiterzuentwickeln. Es ist diese Verbreitung durch Ausbildung, die eine einmalige Vorführung in eine echte dauerhafte Wirtschaftsbranche verwandelt. Das stellt mit Abstand den besten Weg dar, um endgültig aus den fossilen Energien auszusteigen.
PERMAKULTUR
Permakultur ist zu einem Modewort geworden, was die Sache nicht gerade einfacher macht. Viele reden darüber, ohne sie wirklich zu beherrschen. Dadurch schadet die Verwechslung zwischen schönen Worten und tatsächlichen Techniken am Ende dem Ansatz selbst. Denn die echte Permakultur ist in Wirklichkeit eine anspruchsvolle Disziplin, die echtes technisches Wissen und eine feine Anpassung an die lokale Beschaffenheit verlangt. Das Klima, die Beschaffenheit des Bodens, die Niederschlagsmenge, die Ausrichtung und die vorhandene Biodiversität. Jeder dieser Parameter muss auf wissenschaftliche Weise berücksichtigt werden, denn aneinandergereiht bestimmen sie, was funktionieren wird und was nicht. Ohne diese präzise Abstimmung auf den Kontext erhält man im besten Fall einen hübschen Garten, im schlimmsten Fall einen Misserfolg, der alle entmutigt, die sich daran versuchen.
Wird sie hingegen gut praktiziert, bietet die Permakultur beeindruckende Erträge und verlangt dabei weit weniger Aufwand als die sogenannte moderne Landwirtschaft. Der Boden arbeitet zum Großteil ganz von selbst und die menschlichen Eingriffe konzentrieren sich auf das Wesentliche. Der Plan in diesem Bereich ist es, permakulturelle Systeme vorzuführen, die perfekt an die lokalen Bedingungen angepasst sind, und die Landwirte und Gemüsegärtner der Region in diesen erprobten Methoden auszubilden.
Auch hier ist die wirtschaftliche Logik wieder präsent, denn die Permakultur erlaubt es, kurzfristig eine echte Selbstversorgung mit Lebensmitteln zu erreichen. Mittelfristig erhöht sie die Einkünfte der Landwirte und Gemüsegärtner beträchtlich, weil sie keinen chemischen Dünger, keine Pflanzenschutzmittel und kein Industriesaatgut mehr kaufen müssen. All diese Ausgaben, die jedes Jahr an die großen Konzerne der Agrochemie abfließen, können danach in der Tasche der Bauern bleiben, um ihnen ein würdiges Leben zu ermöglichen.
VERARBEITUNG DER ERZEUGNISSE
Ganz besonders in Afrika ist die fehlende Wertschöpfung aus natürlichen Ressourcen eine der Hauptquellen der Armut. Auf der einen Seite schlummern außergewöhnliche Ressourcen vor Ort, ohne verarbeitet zu werden und ohne irgendein Einkommen für die Bevölkerung zu erzeugen. Auf der anderen Seite werden andere Ressourcen zu lächerlichen Preisen an westliche Käufer verkauft, die sie bei sich verarbeiten und so alle Gewinne abschöpfen. Dieses Muster besteht seit der Kolonialzeit und es funktioniert bis heute ohne großen Unterschied weiter.
Der Plan in diesem Bereich ist es, die Werkzeuge und das Wissen bereitzustellen, um diese Ressourcen direkt vor Ort zu verarbeiten, damit die Wertschöpfung endlich der lokalen Bevölkerung zugutekommt. Drei große Anwendungsbereiche sind betroffen. Die Lebensmittelverarbeitung, um die lokalen landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu vermarktbaren Produkten aufzuwerten. Die Kosmetikverarbeitung, um das enorme Potenzial der afrikanischen und asiatischen Pflanzen im stark wachsenden Bio-Sektor zu nutzen. Und schließlich die Verarbeitung von Pflanzen zu natürlichen phytotherapeutischen Produkten, wo das traditionelle Wissen in Kombination mit modernen technischen Verfahren beträchtliche Perspektiven eröffnet.
Um ein konkretes Beispiel zu nennen: Wir haben in Westafrika enorm viel zum Potenzial der Moringa gearbeitet. Das ist eine Pflanze, die sich vollständig von den Wurzeln bis zu den Blättern aufwerten lässt und deren Anwendungsmöglichkeiten sich als unglaublich erwiesen haben, als sie ernsthaft untersucht wurden. In der Casamance haben wir ebenfalls Dutzende Pflanzen mit bemerkenswerten Eigenschaften ausgemacht, die auf nichts anderes warten als auf Verarbeitungsstrukturen und passendes Material, um zu echten vermarktbaren Produkten zu werden. Alles ist da, vor Ort, seit jeher. Es fehlen einfach nur die Werkzeuge und das Wissen, damit die lokale Bevölkerung daraus Erträge ziehen und sich auf einer guten Grundlage entwickeln kann.
ÖKOLOGISCHER TRANSPORT
Die aktuelle Bilanz des Transportwesens in den meisten Ländern Afrikas und Asiens ist offen gesagt besorgniserregend. Die Fahrzeuge im Verkehr sind überwiegend alt und sehr umweltschädlich. Dadurch erzeugen sie ein Maß an Luft- und Lärmverschmutzung, das die Bronchien reizt und die öffentliche Gesundheit dauerhaft schädigt. Hinzu kommen die erdrückenden Treibstoffkosten, die schwer auf den Budgets der Ärmsten lasten. Ein Taxifahrer kann bis zu 90 % seiner Einnahmen für seinen Treibstoff aufwenden. Unter diesen Bedingungen ist es sehr schwer, seine Familie ordentlich ernähren zu können.
Aber diese Situation ist keineswegs ein unabwendbares Schicksal. Denn mit einer relativ bescheidenen Investition ist es durchaus möglich, den Transport zu elektrifizieren und dabei die Logik des Geländes zu respektieren. Das heißt, indem man Fahrzeuge entwirft, die an die lokalen Nutzungen, Infrastrukturen und Wartungskapazitäten angepasst sind. Die Versorgung des gesamten Fuhrparks mit Solarenergie wird vollkommen realistisch, sobald die Konzeption von Anfang an klug durchdacht ist.
Diese Umsetzung gehört zu unseren technischen Fähigkeiten, es ist einfach eine Frage der zu mobilisierenden Mittel. Und auch hier bleibt die wirtschaftliche Logik zentral. Denn über die Vorführung vor Ort hinaus ist das Ziel, eine lokale Branche für Montage und Wartung aufzubauen, die qualifizierte Arbeitsplätze schafft und den Zugang zu diesen Fahrzeugen für die betroffene Bevölkerung wirtschaftlich tragfähig macht.
FABLAB
Hier kommen wir zum eigentlichen technischen Herzstück des Projekts. Denn um einen Paradigmenwechsel zu schaffen, braucht es zuallererst gute Werkzeuge. Und nichts ersetzt ein Fablab, das diesen Namen verdient, um die Ausrüstung zu entwerfen, zu prototypisieren und herzustellen, die perfekt zur Beschaffenheit des Geländes passt. Es ist genau diese Fähigkeit, schnell von der Idee zum funktionierenden Gegenstand zu gelangen, die den ganzen Unterschied ausmacht zwischen einem Projekt, das vorankommt, und einem Projekt, das auf dem Papier bleibt.
Über seine produktive Funktion hinaus ist ein Fablab auch ein großartiges pädagogisches Werkzeug. Die jungen Menschen aus den technischen Schulen und den lokalen Universitäten finden dort ein unvergleichliches Lernfeld, in dem sie hochwertige Maschinen bedienen, ihre eigenen Ideen verwirklichen und Fähigkeiten erwerben können, die ihnen danach echte berufliche Perspektiven eröffnen. Diese Bildungsdimension ist wesentlich, weil sie es erlaubt, das allgemeine technische Niveau einer ganzen Region dauerhaft anzuheben.
Ganz konkret wird das Fablab von NovaLand ausgestattet sein, um einer größtmöglichen Bandbreite an Konfigurationen gerecht zu werden. Laserschweißstationen, Laserschneiden, Wasserstrahlschneiden, CNC-Fräse, Holzbearbeitungsmaschinen, professionelle 3D-Drucker und die Gesamtheit der ergänzenden Ausrüstung, die nötig ist, um nahezu sämtliche Bedürfnisse in Konzeption und Fertigung abzudecken. Es ist diese stimmige Gesamtheit, die es danach erlaubt, sowohl die Entwicklung von Werkzeugen für die Lebensmittelverarbeitung als auch die Herstellung von Bauteilen für die Elektrofahrzeuge, die Montage von Anlagen für das Wassermanagement oder die Kleinserienproduktion für die lokalen Handwerker zu bewältigen. Dieses Fablab wird es also erlauben, alle anderen Dimensionen des Projekts schnell zu verwirklichen.
KULTURELLER BEREICH
Wenn das Fablab der technische Kitt des Projekts ist, dann ist der kulturelle Bereich sein menschlicher Kitt. Denn Kultur ist das, was es den Menschen erlaubt, sich zu versammeln, intellektuell voranzukommen, sich der Welt zu öffnen und eine echte Dimension des Teilens in das gemeinschaftliche Leben einzubringen. Ohne lebendige Kultur bleibt ein Entwicklungsprojekt trocken und schlägt auf Dauer keine Wurzeln. Mit ihr gewinnt es eine menschliche Tiefe, die den ganzen Unterschied ausmacht.
Wie bei allen anderen Dimensionen des Projekts ist die Ausgangslage dieselbe. Ohne technische Mittel und ohne Budget kann sich die lokale Kultur nicht wirklich entwickeln. Und ohne die Fähigkeit, sich zu entwickeln, kann sie nicht ausstrahlen. Das erklärt zum Großteil, warum Kulturen, die doch außergewöhnlich reich sind, auf ihr Ursprungsgebiet beschränkt bleiben, obwohl sie ihren festen Platz im weltweiten Kulturraum hätten. Der Plan in diesem Bereich ist es, Künstlern, Musikern, Kunsthandwerkern und lokalen Kulturschaffenden Räume, Ausrüstung und die nötige Begleitung zur Verfügung zu stellen, damit sie unter guten Bedingungen produzieren, verbreitet werden und ihre Arbeit bekannt machen können.
Und auch hier bleibt die wirtschaftliche Logik zentral. Denn die Kulturschaffenden müssen würdig von ihrer Kunst leben können. Sonst schrumpft die kulturelle Produktion zu einer Freizeitbeschäftigung, die einigen Privilegierten vorbehalten ist, während ein großer Teil des lokalen kreativen Potenzials sich nicht entfalten kann. NovaLand soll daher auch ein Ort sein, an dem wir beweisen, dass eine lokale Kulturwirtschaft eine wichtige Quelle nachhaltiger Entwicklung ist.
Warum dieses Projekt weit über seinen Standort hinausgeht?
NovaLand wurde von Anfang an eigens dafür ausgelegt, überall auf der Welt leicht reproduzierbar zu sein. Das bedeutet, dass alles nicht nur darauf ausgerichtet ist, vor Ort zu funktionieren, sondern auch darauf, dokumentiert, weitergegeben und anderswo dupliziert werden zu können. Das erste Projekt wird also danach Mittel und Wissen beisteuern können, um andere völlig unabhängige Projekte zu unterstützen, die unsere Philosophie teilen.
Und diese Dimension der Reproduzierbarkeit entfaltet ihren vollen Sinn, wenn man die globale Lage betrachtet. Denn die westlichen Länder verbringen ihre Zeit damit, über die Einwanderung zu jammern, und stapeln immer abscheulichere Gesetze übereinander. Als wäre die Repression die einzig mögliche Antwort. Als würden die Menschen aus Vergnügen beschließen, ihr Land zu verlassen! Alle, die auch nur ein wenig vor Ort waren, wissen jedoch, dass Migrieren bedeutet, sein Leben zu riskieren, sich von seinen Freunden, seiner Familie und seinen Wurzeln abzuschneiden. Ganz zu schweigen von der Abwanderung der klugen Köpfe, die diese Bevölkerungsbewegung für die Herkunftsländer bedeutet, die sich so ihrer treibenden Kräfte beraubt sehen.
Die Lösung ist also einfach. Wenn all diese Menschen bei sich zu Hause Zugang zu einem ordentlichen Lebensstandard hätten, würde sich das angebliche Problem der Einwanderung schlicht und einfach nicht mehr stellen. Dennoch steckt der Weshttps://novafuture.org/supporting-novafuture/ten weiterhin gewaltige Budgets in die Repression und die Abriegelung der Grenzen, während die Entwicklungshilfe auf das absolute Minimum beschränkt bleibt. Und das, obwohl der Westen eine enorme Schuld gegenüber den Ländern des Südens hat, die sich über Jahrhunderte kolonialer und neokolonialer Ausbeutung angehäuft hat und deren Folgen bis heute ihre verheerenden Wirkungen entfalten.
Welche Mittel braucht das Projekt?
Die Schätzung, um an den Start gehen zu können, liegt bei 100.000 Euro. Der Betrag mag hoch erscheinen, aber er ist im Verhältnis zum Anspruch des Projekts zu sehen. Es kommt nicht infrage zu basteln. Dieses Budget dient der Anschaffung der Grundausstattung des Fablabs, der Errichtung der ersten Vorführungsbauten und dem Anstoßen der vorrangigen Komponenten. Was das Gelände betrifft, suchen wir einen Erbpachtvertrag auf folgender Grundlage: Kostenlose Überlassung oder symbolischer Preis für 4 oder 5 Jahre. Nach Ablauf dieses Zeitraums wird das Gelände, falls alle Verpflichtungen von NovaLand eingehalten wurden, dem Projekt geschenkt. Idealerweise brauchen wir ungefähr 1 Hektar.
Während diese Sache in Gang kommt, warten wir nicht mit verschränkten Armen darauf, dass die Beiträge vom Himmel fallen. Wir haben unter einigen Opfern bereits 5 % des Gesamtbetrags angespart, dazu kommen Sachbeiträge in Form von Material sowie die vollständige Übernahme der Kosten für den Aufbau der Struktur.
Auf rechtlicher Ebene muss man realistisch sein, ein Projekt dieser Art lässt sich leider nicht in einem informellen Rahmen aufbauen. Es ist daher geplant, eine Struktur in Frankreich zu gründen, um Beiträge zu sammeln und den Einkauf bestimmter Materialien zu verwalten. Am Standort des Projekts wird es in mehreren Genossenschaften strukturiert sein. Solange der zu erreichende Betrag noch gering ist, wäre es im Moment unvernünftig, eine juristische Struktur zu gründen, die für nichts Geld verschlingen würde. Aber das hindert uns keineswegs daran, auf der Budgetebene zu 100 % transparent zu bleiben, denn das gehört zu der Erfahrung, die wir teilen wollen.
Wie kannst du das Projekt schon jetzt unterstützen?
Das Ziel, um das Projekt zu verwirklichen, ist sehr gut erreichbar, wenn man rational vorgeht. Denn es reicht, dass nur 4000 Menschen die Website abonnieren, damit wir starten können. Also stell dir aufrichtig die Frage… Was bedeuten für dich 2 Euro mehr oder weniger am Ende des Monats? Ehrlich gesagt ändert das rein gar nichts an deinem Leben. Und auf diese Weise bleiben wir in einer Logik des Austauschs, denn wir tauschen Inhalte gegen Unterstützung für das Projekt.
Darüber hinaus kannst du auch Botschafter des Projekts werden und in deinem Umfeld davon erzählen, um die Dynamik gemeinschaftlich anwachsen zu lassen. Wenn du ein Unternehmen hast und das Projekt dich anspricht, kannst du auch Sponsor werden. Du wirst dann in der Liste der Förderer erwähnt. Wir müssen einfach nur darüber reden. Und wenn du noch weiter gehen und einen echten Platz in diesem Projekt finden willst, haben wir immer ein offenes Ohr.
Bleibt eine letzte berechtigte Frage. Was springt für dich dabei heraus, wenn du Mitglied der Website wirst? Zuerst die echte Genugtuung, etwas Nützliches getan zu haben, das ganz konkret mit dazu beiträgt zu beweisen, dass eine andere Welt möglich ist. Dann das Vergnügen, die gesamte Entwicklung des Projekts von innen mitzuverfolgen. Denn sobald die Umsetzung kurz bevorsteht, werden wir mit der Kommunikation nicht geizen. Ausführliche Artikel, Videos direkt vom Gelände, das Teilen der verwendeten Techniken mit hochwertigen Anleitungen, damit du dieses Modell der Autonomie leicht bei dir nachbauen kannst. Genau das ist vor allem der Geist des Projekts, Know-how weiterzugeben, damit es möglichst vielen dienen kann.
Ein Abonnement der Website gibt dir außerdem Zugang zu sämtlichen Inhalten der Wissensdatenbank sowie zu Inhalten, die den Mitgliedern vorbehalten sind. Daneben bleibt der Großteil dessen, was wir tun und weiterhin tun werden, immer frei zugänglich, entweder als Open Source oder unter Copyleft. Alles, was wir im Gegenzug erbitten, ist, dass zumindest bei diesem Projekt das Teilen in beide Richtungen gehen kann. Denn nur auf diese Weise werden wir gemeinsam weiter und schneller vorankommen können. Vielen Dank im Voraus für deine Solidarität.